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12.12.2014

2014-12-12
Golden Globes 2015 Nominationen
 
Am 11. Januar 2015 findet die alljährliche Filmverleihung Golden Globes statt.

Die Golden Globes sind neben den Oscars die wichtigsten Preise, welche in der Filmwelt verliehen werden. Erneut führen Tina Fey und Amy Poehler durch die Verleihung.

Folgende Filme und Personen sind nominiert:

Best Picture: Drama
Boyhood
Foxcatcher
The Imitation Game
Selma
The Theory of Everything

Best Picture: Comedy or Musical
Birdman
The Grand Budapest Hotel
Into the Woods
Pride
St. Vincent

Best Director
Wes Anderson - The Grand Budapest Hotel
Ava DuVernay - Selma
David Fincher - Gone Girl
Alejandro González Iñárritu - Birdman
Richard Linklater - Boyhood

Best Actor: Drama
Steve Carell - Foxcatcher
Benedict Cumberbatch - The Imitation Game
Jake Gyllenhaal - Nightcrawler
David Oyelowo - Selma
Eddie Redmayne - The Theory of Everything

Best Actress: Comedy/Musical
Amy Adams - Big Eyes
Emily Blunt - Into the Woods
Helen Mirren - The Hundred-Foot Journey
Julianne Moore - Maps to the Stars
Quvenzhané Wallis - Annie

Best Actor: Comedy/Musical
Ralph Fiennes - The Grand Budapest Hotel
Michael Keaton - Birdman
Bill Murray - St. Vincent
Joaquin Phoenix - Inherent Vice
Christoph Waltz - Big Eyes

Best Supporting Actor
Robert Duvall - The Judge
Ethan Hawke - Boyhood
Edward Norton - Birdman
Mark Ruffalo - Foxcatcher
JK Simmons - Whiplash

Best Supporting Actress
Patricia Arquette - Boyhood
Jessica Chastain - A Most Violent Year
Keira Knightley - The Imitation Game
Emma Stone - Birdman
Meryl Streep - Into the Woods

Best Actress: Drama
Jennifer Aniston - Cake
Felicity Jones - The Theory of Everything
Julianne Moore - Still Alice
Rosamund Pike - Gone Girl
Reese Witherspoon - Wild

Best Original Song
Big Eyes - Big Eyes
Glory - Selma
Mercy Is - Noah
Opportunity - Annie
Yellow Flicker Beat - The Hunger Games - Mockingjay Part 1

Best Original Score
The Imitation Game - Alexandre Desplat
The Theory of Everything - Jóhann Jóhannsson
Gone Girl - Trent Reznor, Atticus Ross
Birdman - Antonio Sanchez
Interstellar - Hans Zimmer

Best Screenplay
The Grand Budapest Hotel
Gone Girl
Birdman
Boyhood
The Imitation Game

Best Foreign Language Film
Force Majeure
GETT le procès de Viviane Amsalem
Ida
Leviathan
Mandariinid

Best Animated Feature
Big Hero 6
How to Train Your Dragon 2
The Lego Movie
The Book of Life
The Boxtrolls

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14:37, 2014-12-12
posted by Fabrice


05.11.2014

2014-11-05
Interview mit Filmkomponist Hans Zimmer: «The Dark Knight ist ein Punk Score»
 
Der weltbekannte Filmmusik-Künstler Hans Zimmer besuchte das diesjährige Zurich Film Festival und stand Blogbusters Red und Antwort für ein Interview. Im Gespräch erfuhr unserer Autorin Aurelia von Mastermind Zimmer so einiges über Martinis, Regisseure im Allgemeinen und Christopher Nolan im Besonderen, überraschendes über The Dark Knight und seinen neusten Film Interstellar.

Mich hat Hans Zimmer schon mein ganzes Leben begleitet, wenn auch „nur“ in Form seiner fabelhaften Musik. Schon als Kind wurde ich dank Werken wie Der König der Löwen, Der Prinz von Ägypten, Cool Runnings oder Wolfsblut mit seinem Schaffen vertraut. In meiner Jugendzeit waren natürlich Gladiator, King Arthur und Rain Man die ganz grossen Meilensteine.

Ich glaube mich daran zu erinnern, dass mein älterer Bruder (von dem ich übrigens das Flair für Filmmusik übernommen habe) eine CD von The Rock hatte, während mein anderer Bruder stolzer VHS-Besitzer von Backdraft – Männer die durchs Feuer gehen war und den Soundtrack zu Black Hawk Down sein Eigen nennen durfte. Aber so richtig geprägt hat mich Muppets – Die Schatzinsel. Das war meine allererste CD, welche ich per Zufall bei einem Wettbewerb gewonnen hatte. Und sie hat mich bis vor kurzem über all die Jahre begleitet, bis sie schliesslich ganz verkratzt und nicht mehr abspielbar war.

So einer langjährigen Freundschaft trauert man schon etwas hinterher, aber ich muss nur schon den Filmtitel lesen und habe automatisch diverse Ohrwürmer aus dem Film (den habe ich mir übrigens später natürlich auch auf DVD besorgt) im Kopf.

Heute ist es vor allem die Dark Knight Trilogie, welche mich begleitet. Das The Dark Knight Theme hat es sogar auf meine „Lebenssoundtrack-CD“ geschafft. Und so bin auf jeden Fall gespannt, was Hans Zimmer noch für Kunstwerke zaubern und uns wohligen Schauer über den Rücken jagen wird. Noch (an)gespannter und mit einer unglaublichen Vorfreude im Bauch, zählte ich die endlos erscheinenden Minuten, bis ich Hans Zimmer persönlich treffen und sogar interviewen durfte.

Hans Zimmer betritt offensichtlich gut gelaunt den Raum und begrüsst die anwesenden Journalisten mit: “Hallo, schön Sie kennen zu lernen.” und drückt einigen herzlich die Hand. Ich kann mir einen Stuhl direkt zu seiner Rechten ergattern (und mir darauf jetzt auch etwas einbilden). Hier sitz ich also. Neben dem Mann, der all die Soundtracks komponiert hat, die mich in meiner Vergangenheit so sehr prägten und auch heute noch zu meinen ständigen Begleitern zählen. Entsprechend gross ist meine Nervosität. Für mich ist es, als würde ich Ghandi oder den Dalai Lama treffen. Er schnappt sich eine Wasserflasche und giesst sich ein Glas voll ein. Nimmt einen Schluck und blickt dann mit freundlich in die Runde. Die erste Frage wird noch auf Deutsch gestellt, welche er auch souverän auf Deutsch beantwortet. Danach wird auf Englisch umgestellt, weil es ihm so leichter fällt.

Blogbusters: Sind Sie noch oft in Deutschland?

Hans Zimmer: Eigentlich gar nicht mehr so. Ich bin mit 13 Jahren aus Deutschland weg und habe auch keine Familie mehr in Deutschland. Ich hab noch ne Wohnung in München. Manchmal geh ich schon hin. Aber die meiste Zeit verbringe ich natürlich in Los Angeles oder in London, wobei London meine eigentliche zweite Heimat geworden ist. Deswegen geht es mit dem Deutsch auch nicht so gut (grinst).

Blogbusters: Wenn Sie für Comic-Verfilmungen komponieren, schreiben Sie dann differenziert als für andere Filme?

Hans Zimmer: Superhelden! Ja, ich mach viele “Man”-Filme, oder? (lacht) Rain Man, Superman, Spider-Man, Batman… Ich habe (im Kino) eine grosse Leinwand zur Verfügung, versuche jedoch mehr in die Tiefe zu gehen und die Menschlichkeit dahinter zu zeigen. Eigentlich wollte ich Superman (Man of Steel) gar nicht machen. Doch dann kam einer der Writer/Producer und sagte zu mir: „Ich gebe dir einen Input; Es ist nicht Kryptonit, dass Superman verletzt, sondern sein Herz ist die verwundbare Stelle.“ Das fand ich interessant. Es war spannend etwas über jemanden zu schreiben, der versucht ein besserer Mensch zu werden.

Blogbusters: Wie ist Ihr Ablauf beim Komponieren? Erhalten Sie zuerst das Drehbuch und lesen ein bisschen?

Hans Zimmer: Das kommt darauf an. Was Leute immer vergessen, ist, dass es zwei Arten von Regisseuren gibt: den schreibenden Writer/Director, wie z.B. Christopher Nolan, der seine Drehbücher selbst schreibt. Und dann gibt es den Regisseur, der sich ein Script schreiben lässt, wie beispielsweise Ridley Scott. Der Prozess ist ungefähr der Gleiche. Normalerweise lese ich das Script nicht zuerst. Mit Ridley Scott läuft es so ab: “Komm wir gehen essen und erzähl mir die Geschichte.”. Und zwei, drei Martinis später…

An diesem Punkt unterbricht Zimmer seinen Satz abrupt. Er hat offenbar gemerkt, dass da noch etwas fehlt und sich deshalb kurzerhand entschlossen, etwas weiter auszuholen und seinen Satz neu zu formulieren.

Ridley Scott ist ein grossartiger Künstler. Er ging auf die Royal Acadamy und malt – was seine grosse Leidenschaft ist. Und nach zwei, drei Martinis beginnt Ridley Scott die Geschichte zu erzählen und irgendwann nimmt er einen Stift und fängt an, diese zu skizzieren. Die Art, wie er die Szene zeichnet, ist exakt die Art, wie er sie später filmt. Wenn ich das Drehbuch lese, stelle ich mir im Kopf meine Version des Films vor. Aber wenn ich mit dem Regisseur spreche, verstehe ich, was ihm wichtig ist. Bei Inception habe ich das Drehbuch gelesen. Jeder sollte die Drehbücher von Christopher Nolan gelesen haben. Normalerweise bestehen Drehbücher nur aus Dialog, Instruktionen für die Szene. Aber bei Christopher Nolan ist es ein grandios geschriebener Roman. Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt. Für Interstellar rief Christopher mich an und meinte: “Hey, wollen wir nicht an den Strand?”. So gingen wir mit den Kindern hin, sahen ihnen beim Spielen zu und fingen an miteinander zu plaudern. Christopher hatte etwas Angst, dass die Leute die ganze Sache mit der Zeit nicht verstehen werden. Für uns Musiker ist das einfach zu verstehen, denn Musik ist eine Unterart von Zeit. Musik hat verschiedene Zeitschichten. Komponieren ist sehr spezifisch. Ich fange an zu komponieren, bevor die Dreharbeiten beginnen. Christopher meinte einmal zu mir: „Wenn ich am Set bin und 100 Leute um mich herumwuseln, weiss ich genau was ich zu tun habe. Aber manchmal ist es doch gut, sich in eine Ecke zu verkriechen, Kopfhörer aufzusetzen und mich daran zu erinnern, was ich eigentlich machen wollte.“ Ich finde, einen Film zu machen, ist wie wenn die Regisseure in den Krieg ziehen. Und wenn sie zurück kommen, sitzen wir nochmals zusammen und bei einem weiteren Martini sage ich ihnen, was wir beim ersten Treffen vor Monaten besprochen hatten, warum sie diesen Film eigentlich machen wollten, um ihnen so zu ermöglichen, wieder an diesen Punkt zurückzukommen.

Seine Antworten auf die Fragen beinhalten vielfach Metaphern, Beispiele und Anekdoten. Aber er spricht auch sehr gern mit Bildern. Wobei er gerne seine Hände zum Untermalen benutzt. Das macht es für den Leser manchmal schwierig, die Sätze ohne diesen Kontext verstehen zu können. Ansonsten ist er äusserst kommunikativ und offen. Er scheint gespannt auf die Fragen zu sein, denn bei einigen musste er zuerst etwas nachdenken, bevor er eine Antwort gab.

Blogbusters: Welche Art von Gespräch hattest du mit Christopher Nolan (ich weiss, du darfst nicht zu viel verraten)?

Hans Zimmer: Dazu sage ich nichts (lacht). Bis jetzt hat es nur ein Gespräch dazu gegeben. Wenn die Zeit reif ist, erfährst du das.

Blogbusters: Was für Musik ist richtig für einen Film, der im Weltall spielt? Es gibt ja viele. Haben Sie bei diesen recherchiert? Eine Art Sound of Space?

Hans Zimmer: Das wird ein sehr kurzes Interview (lacht). Ich sage dir eines über Sci-Fi-Filme: sie sind extrem nostalgisch. Alle Sci-Fi-Filme sind nostalgisch. Denkt nur an Blade Runner, wie nostalgisch er sich anfühlt. Man kann ja nicht nostalgischer werden, als Johann Strauss zu verwenden. Leute verstehen das falsch, wenn die denken, wir seien alle so geheimnistuerisch in der Christopher Nolan Welt. Glaubst du nicht, dass es keine Überraschungen mehr gibt, wenn man irgendetwas Neues schauen oder hören geht? Nichts ist mehr neu. Die Leute kennen schon alles. Es gibt keine neuen Erfahrungen mehr. Das darf ich jetzt sagen: normalerweise veröffentlichen wir die Musik zwei Wochen vor Kinostart. Bei Interstellar jedoch veröffentlichen wir sie erst zwei Wochen danach. Die Leute sollen die Musik zum ersten Mal zusammen mit dem Bild auf grossen Lautsprechern hören. Und nicht auf ihrem iPhone (hierbei zeigt er auf die unzähligen iPhones und Diktiergeräte vor ihm auf dem Tisch).

Blogbusters: Auf YouTube gibt es ja schon ein Interstellar-Song von dir, wie du bestimmt bereits weisst. 600’000 haben es bisher gesehen. Das ist wahrscheinlich nicht die richtige Filmmusik, oder?

Hans Zimmer: Die richtige Musik findet man noch nicht.

Blogbusters: Du hast bei The Dark Knight Rises (mit dem finalen Dark Knight Chant, Anm. d. Red.) etwas tolles gemacht, was es vorher noch nie gegeben hat…

Hans Zimmer: Ich erinnere mich daran, wie ich mit Christopher Nolan darüber sprach. Es war eine Szene im Film vorgesehen, die wir am Schluss gar nicht drehen konnten. Die Szene hätte in Indien gespielt mit 100’000 Leuten, aber wir haben keine Drehbewilligung dafür bekommen. Ich habe die Szene gelesen und fand, wir sollten zumindest den Gesang von 100’000 Menschen haben. Zuerst sangen es nur ein paar wenige im Studio, aber ich blieb trotzdem an dieser Idee hängen. Als ich bei Batman Begins angefangen habe, dachten wir, es sei nur ein einziger Film. Wir wussten nicht, dass die Franchise insgesamt 9 Jahre unseres Lebens in Anspruch würde. Mit der Zeit kannten wir viele Fans. So sagte ich zu Nolan: „Komm, lass uns die vierte Wand durchbrechen. Echte Menschen bewohnen unsere Welt und deshalb lass uns diese Leute im Film teilnehmen.“ (Zimmer hat Fans dazu aufgerufen, den Chorgesang jeweils allein bei sich aufzunehmen und bei ihm einzureichen, woraus er dann den finalen Dark Knight Chant zusammengesetzt hat, Anm. d. Red). Ich war gespannt, wie es klingt, wenn all diese Leute in ihrem eigenen Umfeld aufgenommen würden, ich bin schliesslich ein Geek (lacht). Alle einzeln, aber doch zusammen. Und übrigens, wenn man diese 100’000 Leute zusammenmischt, dann hört man dieses Umfeld (lacht).

Blogbusters: Wie würdest du aus der Sicht des Komponisten, einen guten Regisseur beschreiben? Welche Qualitäten besitzt er?

Hans Zimmer: Öhm… (denkt nach). Er rettet mich. Er hält mich in Sicherheit. Er ermutigt mich, meine verrückten Ideen in die Tat umzusetzen. Das gab es schon häufig, dass ich Ideen hatte und nicht wusste, wie ich diese umsetzen sollte und dann vom Regisseur ermutigt wurde, meinen Weg zu Ende zu gehen. Die Hauptaufgabe des Regisseurs ist dich aufzubauen. Das ist natürlich nicht ganz uneigennützig, denn wenn du Erfolg hast, hilft dies auch ihm mehr Erfolg zu haben. Die zweite Qualität ist: Ich möchte jemanden mit einer Vision. Jemanden mit einer eigenen Sichtweise. Denn ich habe meine eigene Sichtweise und ich möchte jemanden, der stark ist, weil ich provokativ sein werde. Mein bester Freund ist der Regisseur Tim Brooks. Als wir uns zum ersten Mal getroffen hatten, hatte ich keine Ahnung, wer er ist. Ich bin mit diesem Typen in einen Streit geraten. Dann, am nächsten Tag, hat mir jemand gesagt: „Hmm, du wirst auch nie mit Tim Brooks arbeiten.“ Worauf ich ihn fragte, weshalb denn nicht. Die Antwort war: „Du nanntest ihn gestern Abend ein Arschloch.“ Ich sagte: „Oh, das war also Tim Brooks.“ Und innerhalb einer Woche haben wir zusammengearbeitet. Seit da sind wir beste Freunde. Man muss eben mit einer eigenen Sichtweise kommen. Weil, deine Aufgabe ist es nicht für den Regisseur zu arbeiten und zu tun was er sagt, sondern deine Aufgabe ist es, das zu tun, was er sich gar (noch) nicht vorstellen kann. Die andere Qualität des Regisseurs ist, dass er furchtlos ist. Denn, der Druck, der auf ihm lastet, ist so enorm. Und er muss Mut haben, weil ich werde verrückte Sachen machen!

Blogbusters: Bist du der Meinung, dass ein Soundtrack einen guten Film zu einem grossen Film machen kann?

Hans Zimmer: Nein, finde ich nicht. Ich finde, er kann einen Film besser oder weniger gut machen. Mehr aber nicht.

Blogbusters: Was sind die Dinge, die die Grenze markieren? Wo kannst du nicht weiter, weil es ein Soundtrack ist?

Hans Zimmer: Nein, nein. Bei Popmusik oder in Konzertmusik sind dir Grenzen gesetzt. Sieh dir mal alle die Dinge, die ich mit Ridley Scott gemacht habe, an: Thelma & Luise ist ganz anders als Gladiator, anders als Black Hawk Down, anders als Matchstick Men. Ich muss nicht im Popsong-Format arbeiten: Strophe, Refrain, Strophe… Ich muss nur an der Story bleiben. Die einzige Regel lautet: Bleibe bei der Geschichte. Verlier dich nicht in der Nebengeschichte. Wie du das interpretierst, kann irgendwas sein. The Dark Knight ist ein gutes Beispiel dafür. Jeder wusste, wir machen einen zweiten Batman-Film. Und trotzdem haben wir es geschafft, die Leute zu überraschen, obwohl sie alles kannten, bzw. dachten, alles zu kennen. The Dark Knight ist ein Punk Score.

Blogbusters: Gab es Situationen, in denen du die Story anders interpretiert hast als der Regisseur?

Hans Zimmer: Als ich zum ersten Mal mit Ridley Scott gearbeitet habe, hatte er diesen Ruf, dass er seine Komponisten ziemlich… (räuspert sich kurz) oft feuern würde. Und ich frage Ridley: „Hey, was muss man machen, dass man als Komponist von dir nicht gefeuert wird?“ und er hat gesagt: „Schreib keine Symphonie“. Das war ein sehr guter Ratschlag. Schreib nicht die Symphonie, die du schon immer schreiben wolltest! Bleib bei der Story. Kenne die Story und beschütze sie. Bei Sherlock Holmes tat ich diese verrückte Sache – es war Warner Bros. grosser Weihnachtsfilm und ich verwendete Banjos und Akkordeons dafür. Total unkommerzielle Instrumente, was die Studiobosse ein bisschen nervös machte. Aber ich hörte ihnen zu und sah, worum es ihnen ging. Es drehte sich immer nur ums gleiche. Am Anfang sagen sie immer: „Wir wollen was Neues!“. Aber wenn du dann etwas Neues machst, sagen sie nur: „Huch! (hier macht er ein erschrecktes Gesicht und wirft die Hände in die Höhe) Gut, das haben wir nicht erwartet.“. Es vergehen manchmal bis zu zwei Jahre, von dem Zeitpunkt an dem sie sagten, sie wollen was neues bis hin zum Kinostart. Und das ist das Tückische daran! Weil, wenn der Film rauskommt, musst er genau zur aktuellen Mentalität passen. Deshalb haben wir immer alle etwas Angst.

Blogbusters: Vermisst du die Lebensphase, als du noch Popsongs geschrieben hast?

Hans Zimmer: Nein, denn ich schreibe immer noch Popsongs. Ich habe einen Touch für Lyrik (Gelächter)!

Blogbusters: Du hattest eine Band?

Hans Zimmer: Ich habe immer noch eine Band. Ich habe eine wirklich gute Band. Sie spielt auch meine Filmkompositionen mit mir ein. Ich habe Donny Mar, den grossartigen Schweizer Cellisten Martin Tillmann und einen verrückten Drummer aus Indien. Ich arbeitete die ganze Zeit in einer Musikgruppe.

Blogbusters: Wie startest du in der Praxis? Hast du von Anfang an eine fixe Idee im Kopf?

Hans Zimmer: Ich habe ein komplettes geistiges Konstrukt. Ich weiss exakt, was ich sagen möchte. Ein Problem entsteht, wenn ich meine Finger schon auf das Keyboard lege, bevor das geistige Konstrukt steht, dann spiele ich nur all meine Erinnerungen. So sitze ich einfach nur vor dem Keyboard und fasse es nicht an, bis ich eine Idee habe. Und manchmal ist das echt hart. Zum Teil können so zwei Wochen vergehen.

Blogbusters: Was (Film oder Szene) war das Schwierigste, das du jemals komponiert hast?

Hans Zimmer: Ich weiss es nicht (überlegt). Ich weiss es wirklich nicht. Es ist ein bisschen so, wie wenn du zum Zahnarzt gehst, eine Operation hast. Es fühlt sich sehr beängstigend an bevor du gehst. Es schmerzt total währenddessen. Aber schon kurz danach hast du es schon wieder vergessen. Ernsthaft? Was das Schwierigste war? Es ist immer beängstigend. Ein Alptraum! Selbst jetzt noch. Mehr denn je! Jedes Mal musst du mit einem neuen leeren Blatt anfangen. Es ist als hättest du nie etwas gelernt, denn du kannst nichts nutzen, was du vorher gelernt hast.

Blogbusters: Wird die Anforderung etwas Neues zu machen nicht immer schwieriger? Du hast ja immer und immer wieder etwas Neues gemacht.

Hans Zimmer: Das ist es nicht wirklich. Das Problem ist: Ich war schon immer rücksichtslos und ich kann den ganzen Tag verrückte Ideen produzieren. Als ich anfing, haben die Leute meine Ideen infrage gestellt und brachten mich dadurch dazu, meine Ideen ebenfalls zu hinterfragen. Und jetzt sagen die Leute: „Wow, er ist wahnsinnig erfolgreich!“. Gerade neulich habe ich ein Interview gelesen, das mit Don Hahn, dem Produzenten von Der König der Löwen, geführt worden ist. Eine Frage an ihn darin lautete, was das Schwierigste an der Zusammenarbeit mit mir war? Horn antwortete: „Als Animator bin ich es mir gewohnt, die Kontrolle über alles zu behalten und sehr präzise zu sein. Ich musste lernen, wenn Hans sagt: ‘Hey, lass uns nach Afrika gehen’ einfach mit ‘Grossartige Idee!’ zu antworten!“ In einem anderen Interview – es ging dabei um Spider-Man – hörte ich von Lia Vollack, welche als Head of Music bei Sony arbeitet: “Wenn Hans sagt: „Lass uns eine verrückte Band zusammenstellen mit Pharell Williams, Johnny Marr und Alicia Keys.“, dann antwortest du nicht mit: „Ähm, das ist kein Filmscore“, sondern du sagst: „Grossartig!“. Ich versuche mich mit Leuten zu umgeben, die ich gut und lange kenne und die mir immer die Wahrheit sagen, ob ich sie nun hören will oder nicht, ohne dabei mein Selbstvertrauen zu zerstören. Ich habe schon immer mit Bob Badami zusammengearbeitet, der für den Musikschnitt verantwortlich ist, und manchmal kommt Bob zu mir und sagt: „Hans, das ist Scheisse!“.

Blogbusters: Das ist kein guter Abschluss!

Hans Zimmer: Ja, das ist ein schrecklicher Abschluss!

Blogbusters: Du hast gesagt, du bist ein Geek…

Hans Zimmer: Ja.

Blogbusters: Ich möchte etwas über deine Leidenschaft für Technik wissen und wie deiner Meinung nach die Technik heute eingesetzt werden kann, um im Schaf­fens­pro­zess Leute mit einzubeziehen.

Hans Zimmer: Du hast mich ja gefragt ob ich es vermisse Popsongs zu schreiben. Ich liebe dieses Band-Ding, ich liebe es Leute zusammenzubringen. In der Musik geht es darum, zusammen zu spielen. Weisst du, ich war nie auf einer Musikschule. Ich hatte nur zwei Wochen Klavierunterricht. Aber Musik im Kopf zu haben und sich zu denken: „Das muss ich irgendwie raus lassen.“, das ist es eigentlich, was wir erreichen wollen. Ich komme aus einer technikaffinen Familie, mein Vater war Erfinder. Um erfinden zu können musst du verspielt sein. Erst vor zwei Tagen hatte ich eine Unterhaltung mit jemandem, der sehr viel Technik einsetzt und sich beklagte, wie schwer es ist, das Handbuch zu lesen, die Technik zu verstehen, usw., und mir wurde klar, ich habe Leute, welche diese Dinge für mich erstellen. Ich weiss also genau, was da drin ist und muss gar kein Handbuch lesen (lacht). Aber zurück zum Zusammenbringen von Menschen: Wir sind in einem sehr frühen Stadium im Bereich der Technik. Der Computer ist viel jünger als zum Beispiel das Klavier, welches eine 600 Jahre lang gut durchdachte Technologie ist. Meine Sicht auf die Technik ist, dass die Dinge genau so funktionieren sollten, wie man es sich vorstellt. Das iPhone funktioniert in etwa so wie du es dir vorstellst – es hat nur einen Knopf. Das iPhone ist wohl das erste technische Gerät, bei dem du auch deine Mutter dazu bringst, es zu benutzen. Der VHS-Recorder hingegen war ein Gerät, das absolut niemand benutzen konnte. (lacht) Ich denke, Musik zu spielen ist sehr einfach. Und es macht sehr viel Spass. Wieso sollte man also sein Leben nicht dafür leben? Das einzige was ich in meinem Leben erreicht habe ist, nicht mehr auf all die Leute zu hören, die mir „Nein“ gesagt haben. „Nein, du solltest dir einen richtigen Job suchen.“, „Nein, du solltest ernsthaft sein.“, „Nein, du solltest diese verrückte Idee nicht realisieren!“. Und so gehe ich auch mit der Technik und auch mit diesen Firmen um.

Es geht ums Teilen. Wenn du Musik machst, passieren grossartige Dinge. Wenn ihr alle in einem Raum seid – man muss sich dabei nicht mal ansehen – und spielt alle zusammen, dann passiert etwas magisches. Etwas das beim Sprechen nicht passiert, da verstehst du mich nur wirklich, wenn du mir in die Augen schaust (sieht mir direkt in die Augen). Weshalb ist das so? Ich versuche die Technik an einen Punkt zu bringen, an dem sie persönlich ist.

Hans Zimmer begeistert mich auch nach all den Jahren noch mit seiner unglaublichen Kreativität. Und er scheut sich überhaupt nicht, auch mal was neues auszuprobieren – nein, er will das sogar so machen!? Nach diesem Interview zeigt sich, dass er selbst nach all seinen Grosserfolgen und einem Oscar in der Tasche, total bodenständig geblieben ist und sehr umgänglich wirkt. Seine Musik mag zwischendurch abgehoben (abgespact) wirken – er ist es sicherlich nicht!

Schon gewusst...? Hans Zimmer Mini-Biografie und Trivia

  • Der in Deutschland geborene Komponist, ist als einer von Hollywoods innovativsten musikalischen Talenten anerkannt. Zimmer kam in London mit der Welt der Filmmusik in Berührung, während einer langen Zusammenarbeit mit dem berühmten Komponisten und Mentor Stanley Myers.

  • Als kompletter Autodidakt, hat er sich sein gesamtes Wissen und Können durch Zusammenarbeiten und Experimentieren selbst beigebracht.

  • Zimmer war bisher insgesamt neunmal für einen Oscar nominiert: Zum ersten mal 1989 für Rain Man und zum vorläufig letzten Mal 2011 für Inception. Gewonnen hat er die begehrte Statue bisher einmal im Jahr 1995 für Der König der Löwen.

  • The Last Samurai (2003) markierte sein 100. Werk.

  • Er arbeitet regelmässig mit den Regisseuren Ridley Scott, Gore Verbinski, Ron Howard und Christopher Nolan zusammen.

  • Sein Lieblings-Filmthema aller Zeiten stammt aus John Carpenters Assault – Anschlag bei Nacht (Assault on Precinct 13) von 1976.

Kommende Projekte

  • 2015 wird Kung Fu Panda 3 rauskommen, zu dem er den Soundtrack komponiert.
  • 2016 folgt der Soundtrack zu Zack Snyders Man of Steel Nachfolger Batman v Superman: Dawn of Justice.
Quelle: blogbusters.ch, by Aurelia Brand

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16:19, 2014-11-05
posted by Fabrice


12.10.2014

2014-10-12
Hans Zimmer Concert 10th october in London
 
Awesome performance of Hans Zimmer with friends on the 10th of october. Check my channel because I need your help finding quality videos for the recreation of the concert. If you know anyone who has videos, contact me or sent them to me.

http://youtu.be/goCnQvmZ7iE

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18:14, 2014-10-12
posted by Fabrice


04.09.2014

2014-09-04
Blu-ray-Verlosung: Gewinne eine 3D-Blu-ray (inkl. normale Blu-ray Version) zum Fantasy-Abenteuer THE AMAZING SPIDER-MAN 2
 
GameMoviePortal.ch verlost in Zusammenarbeit mit SONY Pictures Home Entertainment mehrere 3D-Blu-rays zur Fortsetzung mit Andrew Garfield als Spider-Man. Musikalisch unterlegt von Hans Zimmer und Pharrell Williams.

Alle Infos und Teilnahmebedingungen zur Filmverlosung gibt es hier.

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13:51, 2014-09-04
posted by Fabrice



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